Im Dezember 2011 besuchten unsere KollegInnen vom Verein Projekt Roma Center aus Göttingen abgeschobene Romafamilien in Serbien und Kosovo.

Roma im Kosovo und Serbien

Unerwünscht und abgedrängt an den Rand der Gesellschaft

Eines fällt besonders auf bei unseren besuchen verschiedener Roma-Familien in Serbien und Kosovo: Niemand hat eine feste Arbeitsstelle. Manche schlagen sich täglich mit Gelegenheitsjobs durch oder sind angewiesen auf spärliche fließende Hilfszahlungen von verwandten im Ausland. Eine Planungssicherheit, die Perspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten ermöglichen würde gibt es nicht. Roma unterscheiden sich äußerlich meist von der Mehrheitsbevölkerung und sind daher leicht als Roma zu erkennen. Dies führt dazu, dass ihnen Diskriminierungen in jedem Bereich des Lebens begegnen, sei es bei der Arbeitssuche, beim Arzt, Schulbesuch oder Behördengängen. Als Roma können sie immer damit rechnen, dass sie ihr Gegenüber als „Mensch zweiter Klasse“ betrachtet und dies auch zu spüren gibt … Bis hin zu körperlich gewalttätigen Attacken auf offener Straße. Aufgrund der allgemeinen Akzeptanz von Rassismus und weit verbreiteter Romafeindlichkeit in der Gesellschaft Kosovos und Serbiens haben Roma in solchen Fällen kaum eine Chance sich zur Wehr zu setzen und Unterstützung zu bekommen. Dies schließt sogar die Polizei mit ein! Es gibt zahlreiche Berichte von Roma, die von der Polizei grundlos, oder auf einen unbestätigten Verdacht hin misshandelt wurden oder deren Anzeigen ins lächerliche gezogen und nicht angenommen wurden. So bleiben Körperverletzungen oder der Betrug um Arbeitslöhne gegenüber Roma oft ohne Folgen für die Täter …

Fortsetzung des Berichts im PDF Format