14. Januar 2010 – Serbien ist seit dem 19. Dezember letzten Jahres auf der sogenannten „weißen“ Schengenliste, das bedeutet, dass auch seine Bürger ohne Visa in fast allen EU-Ländern weilen können, sowie in den Ländern, die in der Schengenzone sind, aber nicht in der Union. Mit der Visumliberalisierung können die Bürger Serbiens in der EU höchstens 90 Tage innerhalb sechs Monaten weilen, und für eine Arbeit in diesen Ländern brauchen sie Visa. Mehr zu diesem Thema, Sandra Pekic.

„Eine der Verpflichtungen, welche Serbien vor der Aufnahme in die weiße Schengenliste übernommen hat, ist die, dass es sich um die Annahme von derjenigen kümmern muss, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten einen Asylantrag gestellt hatten, oder in den Ländern Westeuropas illegal geweilt hatten“, sagt Danilo Rakic aus der Gruppe 484, die sich mit dem Problem der Rückkehrer und ihrer Reintegration befasst. Er fügt hinzu, seit einigen Jahren dauere schon die Rückkehr dieser Menschen. Die Rückkehr wird auch aufgrund der Verpflichtungen verwirklicht, welche Serbien übernommen hat, indem es 15 bilaterale und einen gemeinsamen Vertrag über Rückführung mit der EU unterzeichnet hat. Die Ankunft in Serbien eröffnet zahlreiche Fragen: die Kinder der Rückkehrer sprechen größtenteils kein Serbisch, es gibt Schwierigkeiten bezüglich der Nostrifizierung und Übersetzung von Papieren gibt und unter den Rückkehrern sind hauptsächlich Roma, die sowieso eine gefährdete Kategorie der Bevölkerung sind.
Die Behörden in Serbien haben erkannt, dass es notwendig ist dieses Problem zu lösen, sodass Anfang 2009 die Strategie für die Reintegration der Rückkehrer angenommen wurde. Einige Ministerien haben auch ein gemeinsames Organ für die Reintegration der Rückkehrer gebildet, sowie ein Team, das sich mit der Lösung der Probleme der Rückkehrer in Serbien beschäftigen soll. Dieser Prozess dauert jedoch lange und wird immer noch nicht effizient gelöst. Außer den staatlichen Behörden, mit dieser Frage befasst sich auch die Gruppe 484 durch das Projekt der Unterstützung des Rückführungsprozesses durch eine nachhaltige Reintegration der Rückkehrer aus Westeuropa nach Serbien, welches sie gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen und mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union durchführt.

Das Flüchtlingskommissariat hat Befugnisse für Notunterbringung von Rückkehrern bekommen, weil viele von ihnen, wenn sie keine Unterkunft bei Verwandten oder Freunden gefunden haben, oder, wenn sie kein Mietegeld für eine Wohnung in Serbien haben, nirgendwo hingehen können und viele würden auf der Straße landen. Die Nichtregierungsorganisation ist zu Informationen gekommen, dass das Innenministerium Serbiens seit 2003 aus westlichen Ländern knapp über 27.000 Deportationsanträge für serbische Staatsbürger wegen ungültigen Papieren bekommen hat.

Über die Internationale Organisation für Migration wurden noch 13.000 Menschen zurückgeführt, was ungefähr 40.000 Rückkehrer sind, die man statistisch verfolgen kann. Man schätzt, dass die Zahl der Rückkehrer größer ist, weil es keine Angaben über diejenigen gibt, die sich nach ihrer Rückkehr nicht bei den serbischen Behörden anmelden.

„Das größte Problem in der Reintegration der Rückkehrer in die Gesellschaft liegt darin, dass sie ihre Zukunft nicht in Serbien sehen“, sagt Rakic und führt an, sie hätten 10 bis 15 Jahre in den Ländern Westeuropas gelebt, wo sie soziale Kontakte geknüpft und sich an eine gewisse Lebensweise gewöhnt hätten. Obwohl sie zwangsdeportiert worden seien und ihnen der Eintritt in ein gewisses Land verboten sei, würden sie oft ihre Rückkehr planen und zwar über illegale Kanäle und so würden sie zu Opfern des Menschenhandels. Es liege an Serbien, zusammen mit der EU, weiterhin alles zu tun, um diese Menschen erfolgreich in seine Gesellschaft zu integrieren, bewertet Danilo Rakic aus der Gruppe 484.

Quelle: Glas Srbije