Sorgen, die sich viele im Hinblick auf die ersten Monate der Unabhängigkeit gemacht haben – Massenexodus aus den Exklaven, Wirtschaftsboykott, militärische Aktion serbischer Truppen, allgemeine Destabilisation – haben sich bisher als unbegründet erwiesen. Jedoch hat sich die Gefahr einer Zweiteilung Kosovos verstärkt und gibt es eindeutige Bemühungen Serbiens, Kontrolle über die serbischen Gebiete Kosovos zu behalten, den Anspruch der kosovarischen Regierung auf staatliche Kontrolle des gesamten Territoriums zu unterminieren und eine Teilung Kosovos anzustreben.

Derzeit ist die politische und rechtliche Konfusion im Zusammenhang mit der internationalen Präsenz gross. Optimistischere Szenarien gehen davon aus, dass die UNMIK im Oktober oder November 2008 die meisten Aufgaben abschliesst und einer europäischen Mission (EULEX) Platz machen kann. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die EULEX vorläufig nicht im Norden Kosovos tätig sein wird und mit einem Verbleib einer UNO-Vertretung auf mehrere Jahre hinaus zu rechnen ist. Weitgehend unbestritten ist der Auftrag der KFOR. Allerdings befürchtet die NATO, wegen der bisher noch unklaren internationalen Aufgabenteilung mehr Polizeiaufgaben übernehmen zu müssen, als es ihrem Auftrag entspricht, speziell entlang der Grenze zu Serbien und im Norden Mitrovicas.

12. August 2008

Der vollständige Bericht ist hier zugänglich.

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