Essen, 12. März 2008 – Nach der Unabhängigkeit des Kosovo befürchtet der Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen die Abschiebung vieler Kosovo-Roma aus Deutschland. Bisher habe die internationale Verwaltung im Kosovo, UNMIK, die Rücknahme von Flüchtlingen aus Sicherheitsgründen und wegen einer “desaströsen medizinischen und sozialen Versorgung” abgelehnt, teilte der Flüchtlingsrat am Mittwoch in Essen mit. Das könnte sich nun ändern, wenn die UNMIK im Laufe der nächsten Monate ihre Kompetenzen an die neue kosovarische Regierung übergebe.

“Der Druck der deutschen Behörden, Roma-Flüchtlinge zurückzunehmen, wird stark zunehmen”, erklärte Brigitte Derendorf vom Vorstand des Flüchtlingsrates. Die deutsche Seite habe bereits durchgesetzt, dass seit Anfang dieses Jahres bei Abschiebungen nicht mehr geprüft werde, ob überhaupt ausreichende Wohnmöglichkeiten für die Rückkehrer vorhanden seien. Die Flüchtlingsorganisation appellierte an die Innenminister der Bundesländer, bei der Anwendung der gesetzlichen Bleiberechtsregelung großzügiger vorzugehen.

Nach Angaben des NRW-Flüchtlingsrates leben zurzeit noch mehr als 30.000 Angehörige ethnischer Minderheiten aus dem Kosovo in Deutschland, viele davon in NRW. Die größte Gruppe seien die Roma.

Quelle: epd

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