Flüchtlinge könnten Pässe von Konsulat bekommen

Kreis Peine, 20. Februar 2008 – Im Landkreis Peine leben derzeit laut Achim Effenberger, Fachdienstleiter Ordnungswesen, 382 Serben, wovon geschätzt 200 aus dem Kosovo stammen würden. Effenberger kann noch nicht einschätzen, was die Unabhängigkeitserklärung für die Kosovaren im Landkreis bedeuten kann: “Wenn es in Deutschland ein Konsulat des Staates geben wird, dann können viele einen Pass bekommen, die jetzt überhaupt keinen haben.”

Mit dem Dokument sei es einfacher, Bleiberecht zu erlangen. Sollten aber Gründe dagegen sprechen, könnten einige auch mit dem neuen Pass, der ihre Staatsangehörigkeit belegt, abgeschoben werden. Die Kosovaren sind bislang bei der Ausländerbehörde als serbische Staatsbürger eingetragen.

Ein Besuch im Flüchtlingsheim in Groß Lafferde: Kein Kosovare ist zu finden, aber Kurtisi Dehran ist Roma und in Serbien geboren. Zurzeit verfolt er intensiv die Nachrichten über die Unabhängigkeitserklärung und sagt: “Es wird eine Katastrophe im Kosovo geben.” Er glaube, es sei zu früh für einen unabhängigen Staat, die Ethnien seien immer noch zerstritten und würden bald wieder kämpfen, ein Bürgerkrieg drohe.

“Die Kosovaren haben ein Recht auf einen eigenen Staat, aber der Staat hat noch nicht genug Kraft, um zu bestehen”, analysiert Dehran. In einem ist er sich sicher: “Für uns Roma wird sich nichts ändern, weder Serben noch Kosovaren werden gut mit uns umgehen.”

Quelle: newsclick.de

Advertisements