Den Haag, 25. Januar 2oo8 – Der frühere hochrangige UNO-Diplomat Soren Jessen-Petersen hat eine Ehrenerklärung für den als Kriegsverbrecher angeklagten ehemaligen Führer der Kosovo-Albaner, Ramush Haradinaj, abgegeben. In seiner kurzen Zeit als Ministerpräsident der von Serbien abtrünnigen Provinz Kosovo habe sich Haradinaj als vertrauenswürdiger Partner der internationalen Gemeinschaft erwiesen, betont der dänische Diplomat. Als höchster UNO-Vertreter im Kosovo hatte er damals eng mit Haradinaj zusammengearbeitet.

Die Erklärung ist der abschliessenden schriftlichen Stellungnahme der Verteidigung im Prozess gegen Haradinaj vor dem UNO-Tribunal in Den Haag beigefügt. Die Anklage macht ihn verantwortlich für die Ermordung, Misshandlung und Vertreibung von Serben im Kosovo und von Albanern, die vermeintlich oder tatsächlich mit ihnen kooperiert haben. Sie hat 25 Jahre Haft beantragt. Die Verteidigung hält nichts für erwiesen und hat auf Freispruch plädiert.

Haradinaj war Ende 2004 zum Ministerpräsidenten des Kosovo gewählt worden. Jessen-Petersen hebt hervor, dass er sich in dieser Zeit nachdrücklich für die serbische Minderheit dort eingesetzt habe. Nach 100 Tagen im Amt fügte sich Haradinaj der inzwischen gegen ihn erhobenen Anklage und stellte sich dem Gericht in Den Haag. Das Urteil wird in einigen Monaten erwartet.

Quelle: Baseler Zeitung